Lemförder – ein Blick zurück
Die Fahrwerktechnik ist heute ein wichtiges Standbein der ZF Friedrichshafen AG. Doch woher kommt dieses Know-how? Wir zeichnen einen spannenden Weg nach, der in der Nachkriegszeit beginnt.
Lemförde bei Osnabrück ist Sitz einer Unternehmensgruppe, an der ZF 1984 die Mehrheit der Anteile, damals 51 Prozent, erwarb. Sie bestand aus der Lemförder Metallwaren AG sowie der Lemförder Metallwaren J. Ulderup AG & Co. und deren in- und ausländischen Beteiligungen. 2003 stockte ZF den Anteil an der ZF Lemförder Metallwaren AG, Lemförde, von zuletzt 75,6 Prozent auf 100 Prozent auf. Im Gegenzug wurde der bisherige Anteilseigner, die Dr.-Jürgen-Ulderup-Stiftung, mit 6,2 Prozent an der ZF Friedrichshafen AG beteiligt. Als ZF-Unternehmensbereich Pkw-Fahrwerktechnik entwickelte und produzierte ZF Lemförder fortan Fahrzeugkomponenten sowie komplette Vorder- und Hinterachssysteme für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Im August 2011 wurde die ZF Lemförder GmbH auf die ZF Friedrichshafen AG verschmolzen, und die Kompetenz im Bereich ‚Fahrwerktechnik in der Division Fahrwerktechnik gebündelt.
Gründer der Lemförder-Gruppe: Dr. Jürgen Ulderup – ein Unternehmer, der soziale Verantwortung wahrnahm
Weitblick, Zielstrebigkeit und konsequentes Handeln – durch diese Charakterzüge zeichnete sich Dr. Jürgen Ulderup, langjähriger Vorstand und Inhaber der Lemförder Metallwaren, aus. Über vier Jahrzehnte setzte sich Ulderup für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und die sozialen Belange seiner Mitarbeiter ein. Am 20. Mai 1947 wurde die Lemförder Metallwaren-Gesellschaft mbH in das Handelsregister von Diepholz eingetragen. Gesellschafter des Unternehmens war Ulderups Vater Wilhelm. Die Geschäfte aber führte von Anfang an der Sohn. „Unter einfachsten Verhältnissen wurde damals all das gefertigt, was getauscht oder verkauft werden konnte“, beschrieb Ulderup später die ersten Jahre seiner Tätigkeit. Im November 1950 wurde Ulderup Geschäftsführer, vier Jahre später hielt er bereits sämtliche Anteile der Gesellschaft. Der Name des Gründers und die ersten Zulieferprodukte hielten symbolisch Einzug in das Firmenzeichen: die Eule in einem Dreieck, ursprünglich gebildet von drei Spurstangen. Die Gesellschafterversammlung beschloss am 20. Juli 1963 die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Jürgen Ulderup war von nun an Alleingesellschafter und Alleinvorstand. Noch während der Binnenmarkt florierte, engagierte sich Ulderup bereits international. 1963 kam es zum Abschluss eines Lizenzvertrages in Brasilien zur Herstellung von Spurstangen und Gelenkwellen.
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Weitere Informationen zur Unternehmensgeschichte von Lemförder
Horst Meyer
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