Motorsportklassen

Interessantes zu den Motorsportklassen

Fahrzeug-Einteilung im Automobil-Rennsport (JH)
Ein aufmerksamer Zuschauer an einer Automobil-Rennstrecke stellt verwundert fest, dass ähnliche, ja scheinbar gleiche Fahrzeuge in unterschiedlichen Wertungsgruppen eingeteilt, am Rennen teilnehmen. Dies ist besonders in den Tourenwagen-Kategorien auffällig. Aber es ist die Wertungsgruppen-Einteilung kein großes "Geheimnis", wenn die Einstufungs-Kriterien bekannt sind.
Im Automobil-Rennsport ist das technische "Sportgerät Auto", außer dem fahrerischen Können des Piloten, sehr maßgeblich am Sieg oder an der Niederlage beteiligt. So müssen, um die Chancengleichheit zu gewährleisten, die Automobile einem "Regelwerk" einem "Technischen Reglement" entsprechen. Ja nach Veränderung oder "Tuningaufwand" kann das gleich Auto unterschiedlich schnell gemacht werden und somit gibt es drei internationale Tourenwagen-Wertungs-Gruppen A, B und N.
Für jedes Auto, das am internationalen Rennsport teilnehmen soll, gibt es eine Homologation, die wieder zum Reglement und der Wertungs-Gruppe, in der das Auto eingestuft ist, passen muss. Diese Homologation muss das Herstellernetz bei der FIA(Federation Internationale de l'Automobile) in Paris selbst einreichen und zulassen. Innerhalb der internationalen Wertungsgruppen werden die Autos in Hubraumklassen eingeteilt.
Weiter gibt es speziell für Rennen auf abgesperrten Straßen Automobile, die sich äußerlich schon von den Tourenwagen unterscheiden und vom Aussehen deutlich als Rennwagen erkannt werden können. Diese Fahrzeuge werden wieder international in 3 Wertungsgruppen C, D und E eingeteilt.
Aber es wäre zu einfach, wenn nicht noch im Bereich der Tourenwagen zur Wertungs-Gruppen-Einteilung eine Ergänzung gemacht werden müsste. Der DMSB(Deutsche Motorsport Bund) sah sich veranlasst, bei der Einführung des heute gültigen internationalen Reglements zusätzliche Startmöglichkeiten außerhalb dieses Reglements zu bieten. Die so entstandenen Wertungsgruppen G und H sind nur im Bereich der Bundesrepublik gültig. In der Gruppe G sind alle Fahrzeuge startberechtigt, die eine ABE (Allgemeine Betriebs-Erlaubnis vom Kraftfahrt-Bundesamt) besitzen, die Zulassung zum öffentlichen Straßenverkehr gemäß StVZO haben und in der Fahrzeugliste des DMSB für die Gruppe G aufgeführt sind. Der DMSB will mit dieser Gruppe G den Breitensport fördern. Nach dem Einbau der im Reglement festgelegten Sicherheitsvorschriften kann jeder am Motorsport mit seinem Alltags-Auto teilnehmen.
Für „heiße“ Automobile, die früher in der Spezialtourenwagen-Gruppe eingestuft waren und deren Homologation abgelaufen ist, hat der DMSB die Gruppe H = Hobby-Cars eingeführt, um auch solchen älteren Automobilen Teilnahmemöglichkeiten zu bieten.  

Zusammenfassung der Fahrzeugkategorien: 

Gruppe A(Tourenwagen mit großen Produktionszahlen):
Mindestproduktion 2500 identische Fahrzeuge in zwölf Monaten. Es sind nur Serienteile der Fahrzeuge zugelassen, diese dürfen jedoch in ihrer Form durch Bearbeitung verändert werden. So ist es möglich, die Motorenleistung zu verdoppeln und durch Fahrwerksveränderungen die Straßenlage zu verbessern.
Gruppe B(Grand Tourisme-Fahrzeuge):
Analog der Gruppe A, bis auf Gewicht und Reifenbreite. Mindestproduktion 200 identische Fahrzeuge in zwölf Monaten. Sie müssen mindestens zwei Sitzplätze aufweisen. Bekannteste Vertreter dieser Gruppe sind der Audi Quattro, Opel Ascona 400, Peugeot 205 mit bis zu 500 PS.
Gruppe N(Großserien-Produktions-Tourenwagen):
Es müssen mindestens 2500 identische Fahrzeuge in zwölf Monaten produziert und das Fahrzeug der FIA in Gruppe A homologiert worden sein. Das Fahrzeug muss mindestens 4 Sitzplätze aufweisen. Es sind nur Serienteile der Fahrzeuge zugelassen, deren Abänderungen sehr eingeschränkt sind. Es ist möglich, durch Fahrwerksänderungen die Straßenlage zu verbessern. Die Verbesserung der Motorleistung ist nur sehr geringfügig möglich.
Gruppe C(Zweisitzige Rennwagen):
Zweisitzige Rennwagen, die speziell für Rennen auf abgesperrten Strecken gebaut sind. Sie unterscheiden sich von Gruppe D und E dadurch, dass alle mechanischen Teile außer Ansaug- und Auspuffrohr von der Karosserie überdeckt sein müssen.
Gruppe D(Einsitzige Rennwagen):
Automobile mit 4 Rädern, die ausschließlich für Geschwindigkeitsrennen auf abgesperrten Rennstrecken gebaut werden. Formel-II-Wagen mit 2000ccm Hubraum und hoher PS-Zahl. Formel-III-Wagen mit 2000ccm Hubraum, deren Motoren mit begrenztem Lufteinlass etwa 190 PS abgeben.
Gruppe E(Formelfreie Rennwagen):
Hier werden die zahlreichen nationalen und Markenformeln eingeordnet, z.B. Formel V 1300 und 1600, Formel Ford und Formel Renault. Ein Formel Vau 1300 wird von einem stark frisierten Käfermotor angetrieben, der über 90 PS abgibt.  

Nationale Meisterschaften:  

Deutsche Supertourenwagen-Meisterschaft (STW):
nationale Meisterschaft, zugelassen sind Fahrzeuge, die dem technischen Reglement der FIA für Supertourenwagen entsprechen.
Reglement ist ähnlich dem Gruppe A Reglement jedoch nur für Fahrzeuge bis 2000ccm, Max. 6 Zyl., Drehzahlbegrenzung 8200 U/min. Diese Serien werden in verschiedenen Ländern wie zum Beispiel England, Italien und Australien ausgetragen. Am Jahresende wird ein Weltfinale ausgetragen (FIA Touring Car World Cup)
Deutsche Tourenwagen Challenge (DTC):
Nationale Meisterschaft, zugelassen sind Fahrzeugee mit FIA-Homologation in Gruppe N oder DMSB-Homologation in Gruppe DMSB-2000. Maximale Hubraumbegrenzung 2000ccm. Es werden etwas größere technische Änderungen am Motor und Fahrwerk gegenüber der FIA-Gruppe N Reglement erlaubt.
Gruppe G – DMSB:
Diese neue nationale Formel umfasst die PKW-Fahrzeuge im Original-Serienzustand. Veränderungen dürfen nur in geringfügiger Verstärkung der Karosserie und Änderung der Federn / Glossar : StoßdämpfernStoßdämpfern durchgeführt werden. Durch eine Wagenliste werden die Fahrzeuge in Leistungsgewichtsklassen von eins bis sieben eingeteilt (z. B. Fahrzeuggewicht geteilt durch Kilowatt-Motorleistung = Leistungsklasse).
Gruppe H – Hobby-Cars:
Fahrzeuge, die nicht mehr homologiert sind. Fünf Jahre nach Aufgabe der Serienproduktion eines Modells wird seine Homologation hinfällig. Danach dürfen diese Fahrzeuge nur noch als Hobby-Cars starten. Zur Zeit fahren in dieser Gruppe hauptsächlich NSU, BMW 2002 und ältere Porsche-Modelle.  

International (FIA-Reglement):
Für Fahrzeugkategorien die als Europa- oder Weltmeisterschaft ausgetragen werden, hat die FIA eigenständige Reglements ausgearbeitet.

  • Formel 1
  • Formel 3000
  • Grand Touring Car Championship (FIA GT)
  • Touring Car World Cup
  • World Rally Championship
  • usw.
 

Last Update: 30.07.2008